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ueber-leben.net
6.9.2017

Eigentlich müssten wir tanzen

Heinz Helle liest aus seinem Roman und spricht mit Hubert Winkels

In Kooperation mit dem Medienforum des Bistums Essen

Eine Gruppe junger Männer verbringt wie in jedem Jahr ein Wochenende auf einer Berghütte im Grenzgebiet von Deutschland und Österreich. Als sie ins Tal zurückkehren, finden sie die Ortschaften verwüstet vor. Die Menschen sind tot oder geflohen, die Häuser und Geschäfte geplündert, die Autos ausgebrannt. Zu Fuß versuchen sie, sich in ihre Heimatstadt durchzuschlagen. Tagsüber streifen sie durch das zerstörte Land, nachts durch ihre Erinnerung. Sie funktionieren, so gut sie können, immer auf der Suche nach einem Grund, am Leben zu bleiben. Doch reicht das Aufrechterhalten der wichtigsten Körperfunktionen, um von sich selbst sagen zu können, man sei am Leben? Ist man noch Mensch, wenn zum eigenen Überleben das Bekämpfen der anderen gehört?
In kurzen prägnanten Kapiteln schildert Heinz Helle die Verrohung der jungen Männer, die sich nach und nach der Erkenntnis stellen müssen: Wer zu schwach ist, bleibt zurück. Am Ende dieser post-apokalyptischen Erzählung bleibt die schwache Hoffnung auf Zukunft – als Illusion? ›Ich werde aus dem Haus treten und auf den Sonnenaufgang warten. ( … ) Dann werde ich lächeln. Ich werde das jeden Morgen tun.‹

Heinz Helle, geboren 1978, studierte Philosophie in München und New York und ist Absolvent des Schweizerischen Literaturinstituts in Biel. Nach seinem 2014 erschienenen Debüt ›Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin‹ veröffentlichte er 2015 den dystopischen Roman ›Eigentlich müssten wir tanzen‹.
Er wurde ausgezeichnet mit dem Literaturpreis des Kantons Bern, stand auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises sowie auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Heinz Helle lebt in Zürich.

Das Bühnengespräch mit Heinz Helle führt Dr. Hubert Winkels. Er ist Literaturkritiker für die ZEIT und Leiter der Literaturredaktion im Deutschlandfunk. Seit 2015 ist er Vorsitzender der Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Jury. 2007 wurde Winkels mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik ausgezeichnet.


Foto: Jörg Briese


Foto: Jürgen Bauer

Mittwoch
6. September 2017, 19.30 Uhr

Medienforum des Bistums Essen
Zwölfling 14
45127 Essen

Eintritt: 10 € (Vorverkauf und Abendkasse)
Karten unter 02 01 . 22 04 27 4, per Fax unter -27 2 oder per Mail unter medienforum@bistum-essen.de
bistum-essen.de